Zumeldung des PhV BW zum Positionspapier „Gemeinsame Forderungen zur Bildungsplattform für Baden-Württembergs Schulen“

23. April 2021

· Philologenverband trägt gemeinsames Positionspapier zur Bildungsplattform für Baden-Württemberg mit
· Forderung nach landeseigener Schul-IT-Infrastruktur, schulischen Cloudlösungen, datenschutzkonformen Mailkonten für Lehrkräfte und Schüler sowie hochwertigen und praxisnahen Aus- und Fortbildungsangeboten

Gemeinsam mit über 20 weiteren Verbänden, Vereinen und Organisationen aus dem Bildungs- und IT-Bereich hat der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) ein Positionspapier zur Bildungsplattform für die Schulen im Land formuliert (s. Anlage). Die Unterzeichner sprechen sich darin für die ausschließliche Verwendung von Open-Source-Software an den allgemeinbildenden Schulen aus.

Konkret gefordert wird u.a. der Aufbau einer eigenen IT-Infrastruktur, auf der alle Komponenten der Bildungsplattform vom Land selbst betrieben werden. „Dies ist eine unerlässliche Investition in die digitale Souveränität unseres Landes und aus Gründen des Datenschutzes dringend erforderlich“, erklärt Cord Santelmann, Referent für IT / Medien im PhV-Landesvorstand. Auch das Kultusministerium muss sich an das geltende Recht zum Daten- und Persönlichkeitsschutz halten und kann nicht per Ministerialdekret geltende Datenschutz-Gesetze außer Kraft setzen.

Außerdem setzt sich der Verband der gymnasialen Lehrkräfte mit den anderen Organisationen für eine Weiterentwicklung der aus dem Lernmanagementsystem Moodle und der Videokonferenzplattform BigBlueButton bestehenden Bildungsplattform ein. „Für die Erstellung, gemeinsame Bearbeitung, Speicherung und Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien muss den Schulen umgehend eine eigene landesweite und datenschutzkonforme Open-Source-Cloudlösung – z. B. auf der Basis von Nextcloud – samt Online-Dokumentenbearbeitung bereitgestellt werden“, so der PhV-Landesvorsitzende Ralf Scholl. Hierfür könnten die Lösungen OnlyOffice oder Collabora nahtlos in die Cloudlösung integriert werden. Für die Kommunikation benötigen Lehrkräfte und Schüler nach Einschätzung der Bildungs- und IT-Verbände endlich eine landeseinheitliche, datenschutzkonforme und selbst-betriebene Mail-Lösung, die ebenfalls in die Bildungsplattform integriert werden soll.

„Damit die Lehrkräfte die Möglichkeiten der Bildungsplattform kennen und nutzen können, muss das Land ihnen umgehend qualitativ hochwertige und praxisnahe Fortbildungen anbieten“, fordert Cord Santelmann. Diese sollen neben der Bedienung der Bildungsplattform-Komponenten u.a. auch pädagogisch-didaktisch geeignete Konzepte für den digitalen Fernunterricht vermitteln. Zudem müssten diese Inhalte auch im Lehramtsstudium und im Referendariat verankert werden.

„Wir fordern Grüne und CDU auf, diese Anliegen und Forderungen aus der Praxis ernst zu nehmen, in den Koalitionsverhandlungen zu berücksichtigen und nach der Bildung der neuen Landesregierung zügig umzusetzen“, so Ralf Scholl. Er erinnert zudem an die gemeinsame Stellungnahme zur Verwendung von Cloud-Software in Schulen vom 13. Januar 2021 (s. https://unsere-digitale.schule/wp-content/uploads/2021/01/2021-01-13-Gemeinsame-Positionen_zu_Cloud-Software_an_Schulen-3.pdf, in der sich die unterzeichnenden Verbände, Vereine und Organisationen aus dem Bildungs- und IT-Bereich bereits kritisch zur Nutzung von MS 365 an Schulen geäußert und stattdessen für den Ausbau von Open-Source-Lösungen für den digitalen Unterricht plädiert hatten.

Hinweise zum Positionspapier

Positionspapier im PDF-Format zum Download

Webseite des Bündnisses „Unsere digitale Schule“ für datenschutzkonforme, freie Software an Schulen

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An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden knapp 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt mit über 9.000 im Verband organisierten Mitgliedern die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den 462 öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.

Im gymnasialen Bereich hat der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien die Mehrheit und setzt sich dort für die Interessen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.

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