Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) anerkennt die Aufstockung des Bildungsetats um 360 Millionen Euro, kritisiert aber die nach wie vor geplanten Stellenstreichungen

10. Februar 2017

Anerken­nend nimmt der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg (PhV BW) die Auf­s­tock­ung des Bil­dungse­tats um 360 Mil­lio­nen Euro zur Ken­nt­nis. Bernd Saur, Vor­sitzen­der des PhV BW erk­lärt: “Wir wis­sen, wie sehr die Kul­tus­min­is­terin dem Druck der Haushalt­skon­so­li­dierung aus­ge­set­zt ist. Sie ist sich aber im Klaren darüber, dass es nicht zulet­zt auch angesichts der ernüchtern­den Ergeb­nisse der bun­desweit­en IQB-Ver­gle­ichsstudie keine Ver­schlechterung der Unter­richtsver­sorgung geben darf. Wir anerken­nen ihr Ein­treten gegen die Stre­ichung von Lehrerstellen nach dem Rasen­mäher­prinzip: Durch ihren per­sön­lichen Ein­satz hat sie gle­ich zu Beginn ihrer Amt­szeit einen Teil des Stre­ichungsvol­u­mens ver­hin­dern kön­nen.”

Die Kul­tus­min­is­terin hat das Gebot der Stunde erkan­nt und einen wichti­gen Schritt in die richtige Rich­tung getan. Der PhV BW ermutigt sie mit Nach­druck, diesen Weg bei der Verbesserung der Rah­menbe­din­gun­gen für guten Unter­richt kon­se­quent weit­er zu gehen. Das Ziel muss laut­en: “Mehr Zeit für Bil­dung!”, denn die Lehrkräfte müssen die notwendi­ge Zeit bekom­men, die sie brauchen, um sich dem einzel­nen Kind und Jugendlichen ver­stärkt zuwen­den zu kön­nen.

“Hier sehen wir noch deut­lich Luft nach oben, zumal alle vor­liegen­den Arbeit­szeitun­ter­suchun­gen zeigen, dass die Arbeits­be­las­tung ger­ade gym­nasialer Lehrkräfte weit über dem Soll liegt”, so Bernd Saur weit­er. Gezielte indi­vidu­elle Förderung geht nur mit kleineren Klassen, ein­er Reduzierung der Unter­richtsverpflich­tung, ein­er Rück­nahme der Kürzung von Anrech­nungsstun­den sowie der Kürzung der Alterser­mäßi­gung für ältere Lehrkräfte.

Schlimm genug, dass für das Schul­jahr 2014/15 die Unter­richtsver­sorgung auf Kosten der Gesun­der­hal­tung der älteren Lehrkräfte erkauft wurde. Dass diese Stellen nun­mehr gestrichen wer­den sollen, ist völ­lig inakzept­abel. Das bedeutet, dass man hoch belastete ältere Lehrkräfte zum Zwecke der Sanierung des Lan­deshaushalts bewusst noch stärk­er belastet. Alle Erken­nt­nisse zur Gesund­heit­spräven­tion wer­den damit ein­fach ignori­ert.

“Die notwendi­gen zahlre­ichen bil­dungspoli­tis­chen Vorhaben für die kom­menden Jahre sind nicht real­isier­bar, wenn gle­ichzeit­ig Stel­len­stre­ichun­gen real­isiert wer­den sollen. Das müsste auch und ger­ade ein­er Lan­desregierung klar sein”, so Bernd Saur abschließend.

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An den Gym­nasien des Lan­des Baden-Würt­tem­berg wer­den über 300.000 Schü­lerin­nen und Schüler unter­richtet. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg e.V. (PhV BW) ver­tritt über 8.700 im Ver­band organ­isierte Lehrerin­nen und Lehrer an den 446 öffentlichen und pri­vat­en Gym­nasien des Lan­des.

Im gym­nasialen Bere­ich hat der Philolo­gen­ver­band BW sowohl im Haupt­per­son­al­rat beim Kul­tus­min­is­teri­um als auch in allen vier Bezirksper­son­al­räten bei den Regierung­sprä­si­di­en die Mehrheit und set­zt sich dort für die Inter­essen der rund 27.000 Lehrkräfte an den Gym­nasien des Lan­des ein.

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